KI & Tourismus · Analyse

So könnte sich das Suchverhalten im Tourismus in den nächsten 5 Jahren verändern

Wie könnte sich das Suchverhalten im Tourismus bis 2031 verändern?

TL;DR: Bis 2031 könnten KI-Assistenten einen grösseren Teil von Recherche, Vergleich und Reiseplanung übernehmen. Ob sie auch flächendeckend buchen, hängt von verlässlichen Daten, Zahlungs- und Haftungsregeln, Plattformzugängen und dem Vertrauen der Nutzer ab.

  • Wahrscheinlich ist eine stärkere Bündelung: Nutzer formulieren ein Ziel, der Assistent sucht und vergleicht mehrere Quellen.
  • Automatische Buchungen sind möglich, aber für Zahlungen und Änderungen bleiben transparente Bestätigungen zentral.
  • Voice kann unterwegs wichtiger werden, ohne Text, Karten und Websites zu ersetzen.
  • Aktuelle Produkt-, Preis- und Verfügbarkeitsdaten gewinnen an Bedeutung.
  • Konkrete Marktanteile oder Jahreszahlen bis 2031 wären Spekulation und werden hier bewusst nicht versprochen.

Ausgangspunkt: Die Suche ist bereits fragmentiert

Wie der Rückblick über die letzten zehn Jahre zeigt, nutzen Reisende schon heute mehrere Kanäle. Eurostat meldete für 2025 rund 952 Millionen Übernachtungen in EU-Kurzzeitunterkünften, die über drei grosse Onlineplattformen gebucht wurden. Pew beobachtete zugleich bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung weniger Klicks auf klassische Treffer. Beides belegt nicht die Zukunft, zeigt aber zwei starke Ausgangstrends: Plattformisierung und Antworten ohne direkten Websiteklick.

Von vielen Tabs zu einem Auftrag

Statt zehn Websites einzeln zu vergleichen, könnte ein Nutzer Anforderungen in natürlicher Sprache formulieren: Zeitraum, Budget, Erreichbarkeit, Barrierefreiheit und gewünschte Aktivitäten. Ein Assistent fasst passende Optionen zusammen und zeigt Belege. Entscheidend wird, ob Preise und Verfügbarkeit aktuell und die Quellen nachvollziehbar sind.

Planung wird teilweise proaktiv

Mit ausdrücklicher Berechtigung könnten Assistenten Kalender, gespeicherte Präferenzen oder Preisalarme berücksichtigen und passende Zeitfenster vorschlagen. Das ist technisch plausibel, berührt aber Datenschutz, Einwilligung und Fehlerrisiken. Proaktiv bedeutet deshalb nicht automatisch autonom.

Buchung bleibt ein kontrollierter Schritt

Ein Agent kann Formulare vorbereiten oder Optionen zusammenstellen. Vor Zahlung, Stornierung oder verbindlicher Buchung sollte der Nutzer jedoch Preis, Bedingungen, Reisende und Leistung bestätigen. Gerade im Tourismus können kleine Fehler grosse Folgen haben. Gute Systeme zeigen deshalb Quelle, Gesamtpreis und Stornobedingungen vor dem Abschluss.

Voice ergänzt die Reisebegleitung

Sprachassistenten eignen sich für Situationen unterwegs. Für komplexe Vergleiche bleiben visuelle Übersichten sinnvoll. Voice wird daher eher ein zusätzlicher Zugang als der einzige Kanal.

Was oft GEO genannt wird

Ob der Begriff GEO dauerhaft bleibt, ist weniger wichtig als die praktische Aufgabe: Informationen müssen eindeutig, aktuell, auffindbar und technisch zugänglich sein. Dazu gehören konsistente Namen und Adressen, klare Leistungen, Preise und Bedingungen, strukturierte Daten sowie Seiten, die auch ohne komplizierte Interaktion verständlich sind.

Drei mögliche Entwicklungen bis 2031

EntwicklungEinschätzungVoraussetzung
KI unterstützt Recherche und Vergleich häufigerwahrscheinlichgute Quellen und aktuelle Daten
Assistenten bereiten Buchungen vorplausibelSchnittstellen und transparente Bedingungen
Vollautonome Buchung wird StandardoffenVertrauen, Haftung, Sicherheit und Akzeptanz

Was Tourismusanbieter jetzt tun können

  1. Angebots-, Kontakt- und Standortdaten konsistent halten.
  2. Gesamtpreise, Leistungen und Bedingungen klar ausweisen.
  3. Buchungswege mobil, schnell und nachvollziehbar gestalten.
  4. Erwähnungen und Quellen in KI-Antworten stichprobenartig prüfen.
  5. Nicht auf eine Plattform oder eine prognostizierte Technologie wetten.

Fazit

Der wahrscheinlichste Wandel ist keine vollständige Ablösung der Website oder Suchmaschine, sondern eine neue Vermittlungsschicht: Assistenten bündeln Informationen und bereiten Entscheidungen vor. Tourismusanbieter bleiben sichtbar, wenn ihre Daten korrekt, zugänglich und vertrauenswürdig sind – unabhängig davon, welches Interface 2031 vorne liegt.


Quellen

Nächster Schritt

Von der Einordnung zur Entscheidung.

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